JOHN SINCLAIR Sonderedition 11, »Deadwood«Willkommen zum neuen Blogbeitrag, der aus arbeitstechnischen Gründen leider mit einem Tag Verspätung erscheint. Wir hatten uns ja beim letzten Mal mit dem DORIAN HUNTER-Crossover „Deadwood“ beschäftigt. Kein einfach zugängliches Hörspiel, das beim Hören durchaus die eine oder andere Frage offen lässt. Auch bei der Live-Darbietung auf der HÖRMICH in Hannover, bei der die Reaktionen fast durchweg überschwänglich bis euphorisch waren, wurden wir von euch danach mit der einen oder anderen Frage gelöchert. Deshalb haben wir im Folgenden stellvertretend eine positive und eine eher negative Rückmeldung von euch herausgefischt und möchten darauf einmal genauer eingehen. Wie es sich gehört, hat zunächst der Skeptiker das Wort:

Alexander O. schreibt (direkt an den Verlag): Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin begeisterter Hörer der JOHN SINCLAIR-Hörspiele. Heute habe ich „Deadwood“ gehört und muss sagen, dass es ein eher durchwachsenes Erlebnis war. Zunächst einmal die Positive: eine sehr gute Dramaturgie, überzeugende und wohlbekannte Sprecher mit gewohnt sehr guter Leistung und ein Einblick in den Schaffungsprozess dieses Hörspiels. Sehr gerne mehr davon! – Die Negative: Das Hörspiel hält sich nur grob an die Romanvorlage. Diese in sich verschlungenen Zeitsprünge machen es sehr schwer, das Hörspiel unterwegs zu hören. Und der für mich wichtigste Punkt: John Sinclair schlüpft in die Haut einer anderen Person. Letzteres hatten wir schon zwei Mal („Oculus“ I & II), und ich muss sagen, so langsam ist gut. Ich befürchte, dass nun bald alle kommenden SE mit diesem Grundthema versehen sein werden ...

Calamity Jane (Katy Karrenbauer) erkennt John Sinclair (Dietmar Wunder) nicht wiederKeine Sorge, lieber Alexander, das wird nicht der Fall sein ... Wobei man ja auch sagen muss, dass es sich bei „Oculus“ um eine große Geschichte handelt, die lediglich in zwei Teilen erzählt wird ... und dass John Sinclair in „Deadwood“ so ziemlich der einzige SINCLAIR-Charakter ist, der nicht in einen andere Rolle geschlüpft ist! :-) Wir geben dir aber insofern Recht, dass „Deadwood“ einige sehr SINCLAIR-untypische Motive aufweist. Dies betrifft inbesondere die sich wiederholenden Szenen und die Anspielungen auf die DORIAN HUNTER-Serie. All das lässt die Frage offen, ob John dieses Abenteuer wirklich erlebt haben kann. Eine Frage, die man sich bei jedem Crossover stellt, weil letztendlich immer einander widersprechende Elemente aus zwei verschiedenen Serien aufeinandertreffen. Im ersten Crossover (JOHN SINCLAIR 83 bzw. DORIAN HUNTER 21) haben wir diese Widersprüche „weggedrückt“, indem wir keine Serienfiguren außer John und Dorian haben auftreten lassen – und das ganze dann am Ende mit dem inzwischen schon legendären Ghouls-Ghoule-Streit augenzwinkernd garniert. Bei „Deadwood“ sind wir genau den anderen Weg gegangen und haben die Widersprüche bewusst nach vorn gestellt: Die Begegnung von Asmodis und Asmodi. Das Spiel mit den Identitäten der Figuren, das schließlich sogar auf die Metaebene der Sprecher verlagert wird, weil viele Sprecher schließlich in beiden Serien maßgeblich beteiligt waren. Deshalb ist „Deadwood“ eher als künstlerisches Experiment denn als reales SINCLAIR-Abenteuer zu sehen. Je nachdem, ob man offene Fragen und dieses „Was wäre, wenn“-Spiel schätzt oder nicht, ist „Deadwood“ dann ein gutes oder ein weniger gutes Hörspiel. Auf jeden Fall ist es ein künstlerisches Experiment, das für sich stehen soll und deshalb keine Rückschlüsse auf weitere Sondereditionen zulässt.

Und damit zum positiven Urteil von Andreas N., das wir leicht gekürzt wiedergeben, damit ihr euch keinen Wolf scrollen müsst! :-)

Santiago Ziesmer als Hotelbesitzer E. B. Farnum alias Dorian Hunters Bruder, Edward BelialMit „Deadwood“ habt ihr eine ganz besondere Folge geschaffen. Habe sie gestern erhalten und gehört. Wenn man die Geschichte hört, fragt man sich, was das alles zu bedeuten hat und wie das alles zusammenpasst. Im letzten Podcast wart ihr ja so freundlich, uns Fans etwas über den Ursprung von „Deadwood“ zu erzählen, also dass die Story eine Zeitschleife ist, in der verschiedene Abläufe ... äh ... ablaufen. *lach* Somit erklärt sich auch, weshalb beispielsweise der Revolverheld Jack in einem anderen Zeitablauf das dämonische Opfer Jerome Hewitt ist. Somit verknüpft Ihr gekonnt das Sinclair-Universum mit dem Hunter-Universum. Das erklärt, weshalb John in mehreren Zeitabläufen auf Jerome Hewitt und Edward Belial trifft. Dorian Hunter, der graue Mann – übrigens toll gespielt von Thomas Schmuckert –, erwähnt zudem die Nacht von Nancy. Wenn in einem Jahr die HUNTER-Gegenfolge erscheint, bin ich gespannt, auf welche Charaktere aus dem SINCLAIR-Universum dann Dorian trifft und auf welche Ereignisse John als grauer Mann dann aus seinem Universum anspielen wird. Was die Charaktere betrifft: Da John meint, in dem Barmann Doktor Tod wiederzuerkennen und in Ci-An Lupina, könnte man annehmen, dass Hunter dann auf diese beiden trifft ... Macht doch noch eine dritte Folge, in der neben John und Dorian noch Suko und Coco mitmischen. Da John in seiner Folge ja Suko anrufen konnte, könnte Dorian ja in seiner Folge auch so Coco erreichen. Suko und Coco treffen zusammen und begeben sich auf die Suche nach ihren Freunden. Was John und Dorian betrifft, könntet Ihr die Handlungsabläufe aus beiden Folgen verbinden. Zudem könnten dann beide Höllenfürsten erscheinen und John und Dorian erklären, dass sie in einer Zeitschleife und somit in einem ewigen Albtraum gefangen sind, aber einer von ihnen die Chance hat, dieser zu entkommen, wenn er den anderen in einem Duell tötet. Dass der Überlebende dann mit der Schuld leben muss, den anderen getötet zu haben, ist quasi der Preis des Überlebens. Aber das würde erklären, weshalb für John Dorian und für Dorian John – denn so wird es in der HUNTER-Folge sein – der graue Mann ist. Natürlich müssten dann, bevor es zum wirklich letzten Duell zwischen den beiden Dämonenjägern kommt, Coco und Suko auf der „Bühne“ erscheinen, und Coco würde es gelingen, mit ihrer Zeitmagie die Zeitschleife zu zerstören ... Entschuldigt meine vielleicht etwas komplizierte Umschreibung der Situation. Was gibt es sonst noch zur Folge zu sagen? Dass sich die beiden Höllenfürsten die Ereignisse als „magischen Film“ angucken, ist eine tolle Idee von Euch. Auch die Einlage mit dem Anwalt und der Flasche Wein hat mir gut gefallen. *grins* Mein Fazit: „Deadwood“ ist eine besondere Folge, auf deren Gegen-Folge ich schon gespannt bin. Den Anfang davon konnte wir ja schon am Ende von „Deadwood“ hören, wo zunächst Dorian und Coco im Lokal sind und sich dann herausstellt, dass Asmodis nun bei Asmodi zu Besuch ist. *grins*

Wie gesagt, wir wollten eine Folge machen, die Fragen offen lässt und zum Spekulieren einlädt. Das haben wir jetzt davon! :-D Vielen Dank für deine Mail, Andreas.

Bis in dreizehn Tagen
Dennis und Sebastian