JOHNNY SINCLAIR 1: „Beruf: Geisterjäger“Was passiert, wenn ein Junge namens Johnny Sinclair auf einem schottischen Schloss einer Reihe von Geistern begegnet ...? Natürlich folgt er der Bestimmung seines großen Namensvetters und nimmt den Kampf auf – oder besser gesagt, er versucht herauszufinden, wie man die armen geplagten Seelen erlösen kann ...

Das ist wirklich ein äußerst liebenswerter Nachwuchs-Geisterjäger, den die bekannte Kinderbuchautorin Sabine Städing (z. B. „Petronella Apfelmus“) da auf die Pirsch geschickt hat. Zwar gibt es hier und da Anleihen oder Bezüge zur Orginalserie – zum Beispiel ist Johnny genauso wie sein großes Vorbild Schotte, und der „echte“ John Sinclair ist in gewisser Hinsicht sogar ein wichtiger Teil von Johnnys Welt –, aber ansonsten breitet JOHNNY SINCLAIR einen komplett neuen und eigenständigen Kosmos vor uns aus, der mit vielen hübschen Details aufwarten kann.

Als erstes wäre da natürlich der sprechende Schädel des Erasmus von Rothenburg zu nennen, den Johnny Sinclair im Moor findet und der ihm zu einem wertvollen Mentor wird. Oder die Voodoo-Priesterin Cécile, die sich als Johnnys Kindermädchen ein paar Euro dazuverdient. Oder die überdimensionierte Wasserpistole Gargoyle 5000, die für Geister äußerst unangenehmes Salzwasser verschießt. Oder der arme Uhrmacher, der bei der Reparatur der Burguhr aus Versehen von Geistern aus dem Fenster gestoßen wurde und seitdem selbst durch das Gemäuer spukt. Oder, oder, oder ...

Nur einmal hat Sabine Städing einen schrecklichen Fehler begangen. So rollt Johnny an einer Stelle eines seiner heißgeliebten Romanhefte zusammen und schlägt damit nachdenklich mehrfach gegen die Tischkante. What the fuck ...? Ist der Junge wahnsinnig, so mit einem seiner heißgeliebten Schätzchen umzugehen?! Dabei weiß doch wirklich jeder, dass das Ding in eine Hülle und anständig katalogisiert und verwahrt gehört, um ausschließlich unter entsprechender Schutzatmosphäre zum Lesen ans Licht geholt zu werden!! :)

Von diesem furchtbaren Vorfall abgesehen, können wir JOHNNY SINCLAIR hiermit durchweg zur Lektüre empfehlen – und zwar auch dem einen oder anderen erwachsenen Fan! Ein zweiter Band ist übrigens bereits angekündigt. Da wird dem echten John über kurz oder lang wohl eine äußerst kompetente Konkurrenz erwachsen ...!